Reise blog von Travellerspoint

Eine Traumtour in einer Wahnsinns-Landschaft

Mit Rucksack und Zelt drei Tage durch die Wildness am Cerro Torre und am Fitz Roi

overcast 18 °C
View Patagonien mit Papa auf Sarah_S's Reise-Karte.

Hallo,

hier sind wir wieder; dieses Mal ziemlich fertig und groggy. Im letzten Blogg hatte ich ja darauf hingewiesen, dass wir nach El Chalten verlegen wollen und dort drei bis vier Tage wandern.

Wir haben dann also unsere Riesenrucksacke zum Busbahnhof von El Calafate hochgeschleppt und sind dann fast 350 km durch die argentinische Pampa mit einem uralten Daimlerbus chauffiert. Das war echte Folter fur die Ohren, lauter als wenn man direkt uber den Dusen eines Flugzeuges sitzt. Aber wir hatten immer wieder tolle Ausblicke auf die Anden und die blaugruenen Seen davor.

El Chalten empfing uns mit keinem guten Wetter. Der erste Blick auf den Fitzroi wurde uns von den vielen Regenwolken verwehrt. Wir haben dann in unserem schnuckligen Hostel eingecheckt, wo wir wieder wahnsinnig viele Leute kennengelernt haben. U. a. auch einen alteren Herren aus Goeteborg, der hier mit dem Fahrrad durch die Gegend duest und der sich unheimlich gefreut hat, dass mal jemand schwedisch mit ihm gesprochen hat.

Nachdem wir am Sonntag abend noch die Gegend um dieses kleine, schnuckelige, vertraeumte Bergdorf erkundet haben, gingen wir zu Bett, um dann am Dienstag morgen unsere Rucksaecke von allem unnoetigen Ballast zu befreien. Alles was wir nicht brauchten lieszen wir im Hostel zurueck. Wie Ihr aber auf den Bildern sehen koentt, waren wir doch noch ziemlich stark bepackt. Wir hatten beide ca. 15 kg auf dem Ruecken und gingen dann los, um eine fuenfstuendige Tour zum Nationalparkcamp an den Cerro Torres bis zum Abend zu erreichen.

Ueberraschenderweise lieszen sich die Rucksaecke prima tragen und wir schafften dersten Anstieg mit ca. 500 Hoehenmetern recht locker. Dann ging es lange nur mit leichter Steigung weiter und ihr werdet es nicht glauben, das Wetter um die Torres wurde zunehmend besser, je naeher wir ihnen kamen :-)

Als wir ca. eine Stunde vor dem Zeltplatz waren, nahm der Wind zu und die Wolken verflogen um die Torres. Was fuer ein Bild. Sagenhaft!!! Blauster Himmel, gleiszend weisze Gletscher und eine Klarheit der Luft, das war unglaublich; eigentlich nicht zu toppen.

Wir erreichten dann den Campingplatz mitten in einem kleinen Wald, bauten unser kleines Zelt auf und wanderten noch zu einer nahe gelegenen Lagune. Direkt neben dem Platz gab es einen Gletscherbach und als Sanitaeanlage iein Plumpsclo, wie ich es noch nie gesehn habe. Als ich das sah, war klar: Da gehe ich nicht drauf!!!

Nach einer sehr angenehmen (haette ich nie gedacht) aber klirrend kalten Nacht im klitzekleinen Zelt (Meine Spezialisomatte und mein arktistauglicher Schlafsacke haben sich bestens bewaehrt), starten wir am morgen wieder mit total verhangenem und trostlosen Wetter auf die naechste Tour zum Fitz Roi. Die Tour war mit 6 Stunden vorgesehen und die gingen durch eine wunderbare Landscahft immer am verhangenen Fitz Roi-Massiv vorbei.

Unterwegs haben wir eine nette Italienerin kennengelernt, die alleine reiste und wie eine Wahnsinnige durch die Berge hetzte. Da sie sich verlaufen hatte, ging sie fast den ganzen Weg mit uns, da sie wohl den Eindruck hatte, wir waeren besonders geuebte Bergfaehrtenleser.

Interessant war auch noch, dass wir unterwegs eine argentinische Mama mit ihrem Sohn trafen, die die gleichen Touren liefen wie wir. Das war schon irgendwie lustig; Mama mit Sohn und Papa mit Tochter.

Als wir diesen abend den wirklich wunderbar liegenden Campingplatz am Fitz Roi erreichten, waren wir ziemlich groggy und ein bisschen enttauscht, da das gesamte Massiv immer unter Wolken lag. Wir warfen dann unseren Trangia an und machten uns eine Riesenportion Tortellini, die wir auch tatsaechlich schafften.

Am abend ueberlegten wir noch, welche der zahlreichen Lagunen wir am naechsten Morgen ansteuern sollten. Nachdem wir viele Leute angehoert haben, entschieden wir uns fuer die Laguna Sourca (ich kann nur empfehlen: Wer mal hier runterkommt, muss das machen).

Als wir morgens losgingen war der Fitz Roi noch verhangen. Wir hatten dann einen ziemlich schweren Weg vor uns, der uns durch ein sehr langes Geroellfeld mit Riesenquadern fuehrte. Haette ich nicht Sigrids tolle Stoecke dabei gehabt, haette ich mir bestimmt den einen oder anderen Knochen gebrochen. So haben wir es beide gut ueberstanden. Nach ca, 2 Stunden standen wir an der Laguna; und man kann es nicht beschreiben. Vor einem erhebt sich der Fitz Roi und das gesamte Massiv fast 3000 m ueber die Lagune. Fast senkrecht, mit Riesengletschern an den Flanken, knallblauer Himmel, permanent kalbende Gletscher und eine Wasserfarbe und Klarheit in dieser Laguna wie m,an sie in Europa nur noch selten antrifft.

Es war wirklich ein auszergewoehnlicher Moment, den wir ueber eine Stunde bei tollstem Wetter genossen. Dann mussten wir aber zurueck, denn wir mussten erstmal noch 2 Stunden zum Zeltplatz zurueck, dort dann das Zelt abbauen und die Rucksaecke packen, um dann nochmals drei bis vier Stunden nach El Chalten zurueck zu laufen, wo wir wieder unser Hostel gebucht hatten.

Dort fielen wir gerade so in die Betten, es haette keinen Meter mehr weiter sein duerfen.

Heute morgen war dann wieder ausfuehrliches Rucksackpacken angesagt und dann haben wir noch ausgiebigst gefruehstueckt, bevor wir nach El Calafate zurueck gefahren sind.

Heute nacht um 3 Uhr geht es dann weiter mit dem Bus nach Ushuaia, wo wir auch nochmals am Ende der Welt laufen wollen. In Ushuaia werden wir morgen abend gg. 20.00 Uhr ankommen.

Von dort werden wir dann wieder berichten.

Jetzt stellen wir Euch noch ein paar schoene Bilder ein.

Ganz liebe Gruesze von Sarah und Klaus vom Ende der Welt

Eingestellt von Sarah_S 18:42 Archiviert in Argentinien

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Kommentare

Hallo ihr Beiden, x-mal habe ich schon euren Reisebericht gelesen, aber jetzt will ich euch auch darauf antworten.Wenn ich so lese, was ihr täglich zu sehen bekommt und was ihr für Leute kennenlernt, da staune ich nur so. Ich freue mich für euch, daß ihr das alles zusammen erleben könnt. Mal sehen, was ihr nächstes Mal berichtet. Bei uns gibt es nicht viel Neues, außer das wir viel Schnee bekommen haben. Elli hat noch einen Abstecher bei mir gemacht als sie auf der Rückreise war. Wir haben gemütlich Kaffee zusammen getrunken und Elli ist dann mit Balu am frühen Abend in Richtung Heimat gestartet. Sie brauchte bis sie zu Haus war 1 1/2 Stunden. Ich war sooooo froh, als sie sich meldete und zu Haus war.
Meine Nachbarschaft hat meine Gehwege frei ge-
schaufelt. Frank hat sogar bis zur >Haustür frei gemacht. Er ist ein Schatz.
Nun wünsche ich viele weitere Abenteuer, Naturschönheiten u.v.mehr.
Bleibt gesund und paßt auf euch auf.
Ganz liebe Grüße für euch Beide aus weiter weiter
Ferne Oma

von ellinors

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