Reise blog von Travellerspoint

Iguazu

die laengste Busfahrt meines Lebens

overcast 34 °C
View Patagonien mit Papa auf Sarah_S's Reise-Karte.

Hallo,

hier sind wir wieder mal, nachdem wir 57 Stunden unterwegs waren. Zuerst sind wir 14 Stunden mit einem chaotischen Bus durch Feuerland gefahren, hatten dann in Rio Gallegos 8 Stunden Aufenthalt, in denen wir dort ausgezeichnet gegessen und auf dem Flughafen etwas vorgeschlafen haben, bevor wir dann 2400 km mit dem Flieger nach Buenos Aires geflogen sind, wo wir um 06.30 Uhr ankamen. Dann hatten wir 11 Stunden Aufenthalt bevor wir mit dem Luxus-Schlafbus 18 Stunden bis hierher gefahren sind (ca. 1500 km).

Die Landung in Buenos Aires war phaenomenal. Wir sind mit unserem A 320 fast 10 Minuten nur ueber Hochhaeuser geflogen und die Maschine ging immer weiter runter. Zum Schluss flogen wir durch die Hochhaeuserschluchten durch, um dann unmittelbar danach auf dem innerstaedtischen Flughafen (der nur fuer Inlandsfluege ist) zu landen.

Was fuer eine phaenomenale Erfahrung. Leider hatte ich damit nicht gerechnet und hatte keinen Fotoapparat. Diese Stadt ist riesengrosz. Ich habe keine Slums gesehen, aber km-weise Hochhaeuser an Hochhauesern.

Als wir dann am Aeropuerto ausstiegen, traf uns schon fast der Hitzeschlag; morgens um 6.00 Uhr 27 Grad und volle Sonne. Und dann noch zwei Naechte so gut wie nicht geschlafen.

Zuerst wuchteten wir mal unsere Rucksaecke durch den Flughafen und orderten dann ein Taxi, das uns zum Busbahnhof brachte. In diesem Haupt.Bustermininal Argentiniens geht es zu, wie bei uns auf dem Volksfest. Gott sei Dank haben wir die Asservatenkammer schnell gefunden und brachten unsere groszen Rucksaecke fuer den Tag unter.

Dann schnappten wir unseren "Lonely planet" und tigerten in voller Sonne an den vielen fliegenden Haendlern des Busbahnhofes vorbei in Richtung Hauptfriedhof. Die Sonne brannte uns schon um 08.00 Uhr gnadenlos aufs Hirn und wir schauten erstmal, dass wir ein Cafe fuers Fruehstuecken fanden. Direkt neben dem Friedhof fanden wir ein schattiges Lokal, das von einem alten Baum ueberschattet wurde. Spaeter stellten wir fest, dass es sich um einen Baum handelte, der insgesamt fast 50 m Durchmesser hatte. Der Baumstamm allein hatte 5 - 7 Meter Durchmesser, einer der Aeste hatte allein einen Durchmesser von mehr als einen Meter. Die Aeste waren durch Betonstuetzen gestuetzt. Ein toller Baum. Leider kann ich keine Bilder hochladen, da die PC hier keine Steckplaetze haben; aber wir werden eine Loesung finden.

Der Friedhof bestand aus lauter kleinen Mausoleen. Es gibt keine Einzelgraeber, sondern jede Familie, die hier liegt, hat ein kleines Mausoleum, je reicher der einzelne war, desto groeszer das Grabteil. Wie nicht anders zu erwarten, war bei Eva Duarte, "Evita Peron", am meisten los. Es ist auch das einzigste Grab, das richtig geschmueckt ist. Man muss schon ein Weilchen warten, bis man dort ungestoert fotografieren kann. Evita selbst muss wohl in sechs Meter tiefe unter dem Grab liegen, weil man befuerchtet, dass Grabraeuber ihre koerperlichen Reste rauben koennten.

Offensichtlich war es auch so, dass das Militaer die sterblichen Ueberreste von Evita lange Zeit beschlagnahmt und nicht freigegeben hatte, weil sie Unruhen befuerchten.

Es war schon beeindruckend an diesem Grab zu stehen !!!

Dann sind wir in den gluehenden Hitze noch durch das gesamte Stadtzentrum vom Obelisken bis zur zweitgroeszten Oper der suedlichen Hemisphaere (nach Sydney) gehetzt und haben dann in einem klimatisierten Restaurant verschiedene argentinische Getraenke ausprobiert.

Eis machen koennen die Argentinier am besten, besser noch als die Italiener. Ich habe einem frischen Orangensaft getrunken und danach habe ich ein Milkshake geordert, das ganz auszerordentlich gut war.

Danach sind wir noch zum Regierungspalast der huebschen Praesidentin gegangen; aber nicht um der Dame willen, sondern wir wollten den Ort sehen, wo Evita an die Massen gesprochen hatte, wo General Galtieri den Falklandkrieg ausgerufen, wo Alfonsin wieder die Demokatie gegruendet, die jeweiligen Praesidenten nach den Wahlen zum Volk sprechen und wo Madonna als Evita "Don' t cry for me Argentina" gesungen hatte.

Es handelt sich um einen kleinen Balkon auf der Hinterseite des Regierungspalastes, der zu einer groszen Platza hinausgeht. Auch das war sehr beeindruckend.

Danach, wir konnten in dieser Hitze fast nicht mehr, liefen wir durch die groeszte Fuszgaengerzone von Buenos Aires zurueck zum Busbahnhof.

Dort haben wir uns dann erstmal in den Sanitaerraeumen/Toiletten gewaschen, da wir so dermaszen verschwitzt waren, dass wir es niemandem haetten zumuten koennen, mit uns zusammen einen Bus zu teilen.

Um 19.00 Uhr fuhren wir dann in unserem Luxus-Bus Richtung Iguazu ab. Wir hatten 2 riesige Schlafsessel und kurz nach dem Abendessen bin ich dann auch eingeschlafen und habe bis zum Fruehstueck durchschlafen koennen.

Die Fahrt war sehr interessant, denn sie ging mehrere Stunden durch Urwaelder und durch grosze Weideflaechen fuer Pferde und Rinder. Gegen 12.20 Uhr waren wir dann hier und liefen beim Verlassen des klimatisierten Busses wieder gg. eine Wand. Dieses Mal war es noch haerter.Wir duerften etwa 35 Grad haben und eine ziemliche Luftfeuchtigkeit. Wir sind jetzt in Puerto Iguazu und noch etwa 15 km von den groeszten Wasserfaellen der Erde entfernt. Hier gibt es eigentlich nur Einrichtungen fuer Touristen. Wir haben ein Superhostel mit Haengematten vor dem Zimmer, Ventilator und Klimageraet mitten in einem dschungelartigen Garten. Morgen werde ich schauen, dass ich Bilder hochladen kann.

Morgen frueh werden wir schon frueh losziehen, man braucht wohl fuer die argentinische Seite alleine 2 Tage; und wir wollen auch noch auf die brasilianische, weil sich die Faelle dort ganz anders darstellen. Auszerdem wollen wir auch noch an das Stauwerk von Itaipuh, das sich Brasilien und Paraguay zusammen teilen. Es ist nach wie vor das groeszte der Welt. Es produziert den gesamten Strom, den Paraguay benoetigt und noch 20 % des Stromes von Brasilien. Was fuer ein gigantisches Werk.

Also wir haben mit Sicherheit eine der interessantesten Wochen unseres Lebens vor uns.

So, jetzt gehen wir noch Einkaufen und Informieren und dann legen wir uns in die Haengematten.

Euch und uns wuenschen wir ein wunderschoenes Wochenende.

Ganz liebe Gruesze von Sarah und Klaus

P.S. Bilder dann, wenn wir an den Faellen waren

Eingestellt von Sarah_S 15:32 Archiviert in Argentinien Kommentare (1)

Ushuaia

Die Stadt am Ende der Welt

rain 10 °C
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Hallo, hier sind wir mal wieder.

seit vergangenen Freitag sind wir nun in Ushuaia und wir hatten ein echtes Problem hier wieder wegzukommen. Gott sei Dank ist es uns gelungen fuer Donnerstag morgen (04.00 Uhr) einen Bus bis Rio Gallegos zu bekommen, um dann von dort mit dem Flieger bis Buenos Aires weiterzufliegen (Freitag 03.00 Uhr) und von dort dann wieder mit dem Schlafbus nach Iguacu weiter zu fahren ( 18 Stunden). Am Samstag nachmittag werden wir dann in Iguacu sein.

Was haben wir inzwischen in Ushuaia erlebt ?

Am Sonntag sind wir den gesamten Ort abgelaufen und haben ein paar Souvenirs gekauft. Wir hatten nochmals richtig gutes Wetter und hier laesst es sich wunderbar schlendern und ausruhen.

Leider aenderte sich das genau wie Joerg Kachelmann es auf seiner Seite "Wetter. info" angekuendigt hat. Gestern
hatten wir naemlich das erste Mal richtig schlechtes Wetter; es hat nur geregnet und wir waren sogar mit Regenhose unterwegs. Wir machten dann einen Museumstag und besichtigten das hiesige Presidio, das ehemalige Gefaengnis. Wir hatten aber die 4000 Schiffsbesucher unterschaetzt, die gestern mit zwei riesigen Kreuzfahrtschiffen angekommen waren und Landgang hatten. Man konnte sich in diesem hochinteressanten Gefaengnismuseum kaum bewegen.

Dann haben wir unsere weiteren Reisen organisiert und waren noch ganz toll und guenstig essen. Danach wanderten wir in stroemendem Regen nach Hause und schliefen mal wieder bis heute morgen um 11.30 Uhr aus.

Leider regenete es schon wieder (hatte Kachelmann auch vorausgesagt), aber die Wolkenlage war etwas anders als gestern. Nach kurzer Diskussion entschlossen wir uns, in die Berge hinter Ushuaia hineinzufahren und dort zu einem Auissichtspunkt zu wandern. Als wir dort ankamen, schuettete es in Stroemen und der Huettenwirt sagte uns, dass es heute keine grosze Chance auf eine einigermaszen vernuenftige Sicht gaebe.

Wir entschlossen uns dann aber doch, unser Glueck wieder ein bisschen zu strapazieren und wanderten bei Hagel, Schnee, Regen und Nebel los. Und nach 2 Stunden Wanderung und ca. 600 Hoehenmetern klarte es ploetzlich auf, die Sonne kam heraus, es waren kleine Fetzen blauen Himmels zu sehen und wir hatten eine wunderbare Sicht auf Ushuaia, in den Beaglekanal und z. T. auf das hinter uns liegende Gebirge, wo die Anden so langsam zu Ende gehen.

Trotz dieses schlechten Wetters hat es sich wirklich gelohnt dort zu wandern; es gibt ja eigentlich auch kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

So, Kachelmann sagt, dass das Wetter morgen besser werden soll. So werden wir morgen noch einen Abstecher in den Nationalpark "Tierra del Fuego" machen, bevor wir dann Ushuaia in Richtung des 4000 km entfernten Iguacu verlassen werden.

Wenn wir dort sind, werden wir uns wieder melden; wir hoffen nur, dass wir dann dort, an den groeszten Wasserfaellen und einem der groesten Naturwunder der Erde, auch nochmals Glueck und gutes Wetter haben werden.

Bis dann
Ganz liebe Gruesze von Sarah und Klaus vom Ende der Welt

Eingestellt von Sarah_S 18:14 Archiviert in Argentinien Kommentare (1)

Auf ans Ende der Welt

unser etwas hindernisreicher und anstrengender Weg nach Ushuaia

all seasons in one day 20 °C
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Hallo,

hier sind wir mal wieder, dieses mal aus dem traumhaft am Ende der Welt gelegenen Ushuaia. Es gibt wieder einiges zu berichten und ein paar gute Bilder haben wir auch wieder.

Nachdem wir den letzten Bericht geschrieben hatten, gingen wir in ein uns empfohlenes Steakhaus in El Calafate zum Abendessen. Dort gab es dann echtes argentinisches Rindersteak fuer 40 Peseten (8 €). So ein Steak habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Ca. 15 bis 20 cm lang, 8 - 10 cm breit und genau so dick!!!! Ungelogen. Jeder der das Steak vom Ober gebracht bekam, hat das dann erst mal fotografiert. Gott sei Dank hat Sarah ein durchgebratenes Steak bestellt, das sie dann von der Hoehe her halbiert haben, sonst haette man das ja Jahre bruzzeln muessen. Wir waren hinterher so voll, dass wir uns kaum noch bewegen konnten. Und es hatte wahnsinnig gut geschmeckt !!!!!

Nach dem Essen bewegten wir uns und unsere Rucksaecke zum Busbahnhof von El Calafate. Dort mussten wir bis 03.30 Uhr auf unseren Bus nach Rio Gallegos warten. Der Bahnhof war voll mit Backpackern und es war echt ganz lustig und kurzweilig dort. Ab 03.30 Uhr saszen wir dann in einem Super-Reisebus, der uns bis ca. 8.00 Uhr nach Rio Gallegos fuhr; in diesem Bus konnten wir dann auch ein bisschen schlafen.

In Rio G. mussten wir dann alles in einen etwas weniger komfortablen Buss umladen. Zeitgerecht fuhren wir dann los und ueberquerten kurz danach mit der Faehre die Magellanstrasze. Neben unserer Faehre sprangen immer wieder Delfine aus dem Wasser und begleitenen uns.

Danach mussten wir ca. 100 km durch Chile fahren. Dazu mussten wir natuerlich zwei Mal ueber einen Grenzuebergang, was insgesamt etwas mehr als drei Stunden dauerte. Und das alles wegen 8 Stempeln in den Reisepass. Im argentinischen Zollbuero hing ueber den Abfertigungsschaltern noch ein Riesenbild der argentinischen Staatspraesidentin Christine Kirchner, die zumindest auf diesem Bild besser aussah als Miss Universum. Ich wollte sie unbedingt fotografieren, aber das haette fast die Beschlagnahme meiner Kamera nach sich gezogen.

Aber echt: Junge, junge, haben die eine Praesidentin!!!

In der Folge fuhren wir dann auf Feuerland 400 - 500 km vorbei an endlosen gruenen Weiden fuer Rinder, Schafe und Guanakos. Wir haben auch ein paar Emus gesehen, aber das meiste sind Schafe hier unten. An einer Stelle konnten wir auch sehen, wie die Gauchos die Schafe zur Schur zusammengetrieben hatten.

Als wir dann immer weiter nach Sueden in Feuerland kamen, nahm das Land wieder gebirgigere Zuege an. Wir fuhren dann an einem groszen Gebirgssee vorbei, der traumhaft lag. Leider ist das Wetter nicht immer gut hier unten und man konnte keine Fotos machen.

Etwa gegen. 21.30 Uhr kamen wir dann in der suedlichsten Stadt der Welt an; und was Wunder, es ist eine recht grosze und wirklich schoene lebendige Stadt.

Wir versuchten dann unser schon in Calten gebuchtes Hostel zu finden, was sich sehr schwierig gestaltete. Zum Schluss waren wir echt entnervt und nahmen ein Taxi. Das Problem war nur, dass der Taxifahrer das Hostel erstmal auch nicht fand und in die total falsche Richtung dueste. Er dueste wirklich, in Deutschland haette das locker fuer 25 Fuehrerscheinentzuege gereicht.

Nach langem Hin- und Hergegurke fand er dann das Hostel, was als solches eigentlich auch nicht erkennbar war. Als ich es von auszen sah, war ich total erschrocken. Aber drinnen war es echt toll und die Betreiber sind ungemein freundliche Leute. Wir haben dann gg. 23.00 Uhr noch ein paar Tortellinis gekocht und kurz danach sind wir dann in die Betten gefallen.

Aufgewacht sind wir erst gg. 12.30 Uhr am naechsten Tag. Da wir nichts mehr zu Essen hatten, haben wir nur einen Kaffee eingeworfen und trabten dann, locker bekleidet ins Staedtchen. Wir wollten gestern eigentlich nur ein bisschen das Staedtchen anschauen. Nachdem wir dann am Hafen gefruehstueckt und die ueblichen Touribilder gemacht hatten, fragten wir mal nach den Konditionen fuer eine Beaglekanal-Rundfahrt am naechsten Tag. Und wie es halt so kommen musste, hatte der, den wir fragten, gerade noch 2 Plaetze auf einem kleinen Boot frei, auf dem insgesamt 12 Leute mitfuhren. Nach kurzem Nachdenken entschlossen wir uns, dort mitzufahren. Und das war ein guter Entschluss.

Wir lernten mal wieder hochinteressante Leute und eine tolle Crew kennen und bekamen wirklich viel zu sehen: Seeloeweninsel, Pinguine und Kormorane, Leuchtturm am Ende der Welt und am Schluss eine Wanderung ueber eine Insel im Beaglekanal, die von ihrer Struktur sehr stark an die Falklands und die aeuszeren Hebriden in Schottland erinnen und wo wir direkt an eine Pinguin- und Kormorankolonie herankonnten um die Voegel bei der Aufzucht ihrer Jungtiere zu beobachten. Die 3 1/2 stuendige Ausfahrt war super, aber es war sehr windig und kalt.

Als wir abends zurueckkamen, mussten wir uns erstam ausgiebigst aufwaermen.

Heute nun wollten wir eigentlich unsere Ruekfahrt nach Buenos Aires arrangieren, sind dann aber aus allen Wolken gefallen, denn, wer zu spaet kommt, den bestraft das Leben. Leider haben wir vor naechstem Samstag keine Moeglichkeit gefunden, hier wieder weg zu kommen; man ist halt doch am Ende der Welt.

Jetzt muessen wir morgen mal schauen, was sich noch machen laesst, sonst wird es mit Iguacu wirklich nichts mehr werden. Man vergisst einfach, dass das andere Ende dieses Landes fast 4000 km entfernt ist (weiter als Frankfurt- Teneriffa).

Wenn wir keine Moeglichkeit mehr finden, rechtzeitig nach Iguazu zu kommen, dann fahren wir von hier nach Punta Arenas und Puerto Natales in Chile weiter und werden noch ein paar Tage im "Torres del Paine" Nationalpark wandern gehen.

Fliegen wir halt naechstes Jahr nach Iguazu.

So, das war´s eigentlich in aller Kuerze. Jetzt werden wir mal den Souvenirshop aufsuchen, der vermutlich heute morgen von Touris leergekauft worden ist. Heute morgen kam naemlich die Norwegian Sun hier an, ein Riesen-Kreuzfahrtschiff und die Touris hatten dann heute morgen Landgang. Da war richtig was los hier. Inzwischen hat die Norwegian Sun wieder abgelegt und es ist etwas ruhiger geworden.

Wir haben im uebrigen fuer Ushuaia recht gutes Wetter bisher. Es scheint oft die Sonne und regnet gleichzeitig. Gestern sind wir kurz in einen richtigen Ushuaia-Regen gekommen und ich kann Euch sagen, der hat es in sich!

So, jetzt wuenschen wir Euch allen einen recht schoenen Sonntag; schaufelt und genieszt den vielen Schnee, den ihr habt.

Sobald es was Neues gibt, melden wir uns wieder.

Ganz liebe Gruesze vom Ende der Welt von Sarah und Klaus

Eingestellt von Sarah_S 15:54 Archiviert in Argentinien Kommentare (1)

Eine Traumtour in einer Wahnsinns-Landschaft

Mit Rucksack und Zelt drei Tage durch die Wildness am Cerro Torre und am Fitz Roi

overcast 18 °C
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Hallo,

hier sind wir wieder; dieses Mal ziemlich fertig und groggy. Im letzten Blogg hatte ich ja darauf hingewiesen, dass wir nach El Chalten verlegen wollen und dort drei bis vier Tage wandern.

Wir haben dann also unsere Riesenrucksacke zum Busbahnhof von El Calafate hochgeschleppt und sind dann fast 350 km durch die argentinische Pampa mit einem uralten Daimlerbus chauffiert. Das war echte Folter fur die Ohren, lauter als wenn man direkt uber den Dusen eines Flugzeuges sitzt. Aber wir hatten immer wieder tolle Ausblicke auf die Anden und die blaugruenen Seen davor.

El Chalten empfing uns mit keinem guten Wetter. Der erste Blick auf den Fitzroi wurde uns von den vielen Regenwolken verwehrt. Wir haben dann in unserem schnuckligen Hostel eingecheckt, wo wir wieder wahnsinnig viele Leute kennengelernt haben. U. a. auch einen alteren Herren aus Goeteborg, der hier mit dem Fahrrad durch die Gegend duest und der sich unheimlich gefreut hat, dass mal jemand schwedisch mit ihm gesprochen hat.

Nachdem wir am Sonntag abend noch die Gegend um dieses kleine, schnuckelige, vertraeumte Bergdorf erkundet haben, gingen wir zu Bett, um dann am Dienstag morgen unsere Rucksaecke von allem unnoetigen Ballast zu befreien. Alles was wir nicht brauchten lieszen wir im Hostel zurueck. Wie Ihr aber auf den Bildern sehen koentt, waren wir doch noch ziemlich stark bepackt. Wir hatten beide ca. 15 kg auf dem Ruecken und gingen dann los, um eine fuenfstuendige Tour zum Nationalparkcamp an den Cerro Torres bis zum Abend zu erreichen.

Ueberraschenderweise lieszen sich die Rucksaecke prima tragen und wir schafften dersten Anstieg mit ca. 500 Hoehenmetern recht locker. Dann ging es lange nur mit leichter Steigung weiter und ihr werdet es nicht glauben, das Wetter um die Torres wurde zunehmend besser, je naeher wir ihnen kamen :-)

Als wir ca. eine Stunde vor dem Zeltplatz waren, nahm der Wind zu und die Wolken verflogen um die Torres. Was fuer ein Bild. Sagenhaft!!! Blauster Himmel, gleiszend weisze Gletscher und eine Klarheit der Luft, das war unglaublich; eigentlich nicht zu toppen.

Wir erreichten dann den Campingplatz mitten in einem kleinen Wald, bauten unser kleines Zelt auf und wanderten noch zu einer nahe gelegenen Lagune. Direkt neben dem Platz gab es einen Gletscherbach und als Sanitaeanlage iein Plumpsclo, wie ich es noch nie gesehn habe. Als ich das sah, war klar: Da gehe ich nicht drauf!!!

Nach einer sehr angenehmen (haette ich nie gedacht) aber klirrend kalten Nacht im klitzekleinen Zelt (Meine Spezialisomatte und mein arktistauglicher Schlafsacke haben sich bestens bewaehrt), starten wir am morgen wieder mit total verhangenem und trostlosen Wetter auf die naechste Tour zum Fitz Roi. Die Tour war mit 6 Stunden vorgesehen und die gingen durch eine wunderbare Landscahft immer am verhangenen Fitz Roi-Massiv vorbei.

Unterwegs haben wir eine nette Italienerin kennengelernt, die alleine reiste und wie eine Wahnsinnige durch die Berge hetzte. Da sie sich verlaufen hatte, ging sie fast den ganzen Weg mit uns, da sie wohl den Eindruck hatte, wir waeren besonders geuebte Bergfaehrtenleser.

Interessant war auch noch, dass wir unterwegs eine argentinische Mama mit ihrem Sohn trafen, die die gleichen Touren liefen wie wir. Das war schon irgendwie lustig; Mama mit Sohn und Papa mit Tochter.

Als wir diesen abend den wirklich wunderbar liegenden Campingplatz am Fitz Roi erreichten, waren wir ziemlich groggy und ein bisschen enttauscht, da das gesamte Massiv immer unter Wolken lag. Wir warfen dann unseren Trangia an und machten uns eine Riesenportion Tortellini, die wir auch tatsaechlich schafften.

Am abend ueberlegten wir noch, welche der zahlreichen Lagunen wir am naechsten Morgen ansteuern sollten. Nachdem wir viele Leute angehoert haben, entschieden wir uns fuer die Laguna Sourca (ich kann nur empfehlen: Wer mal hier runterkommt, muss das machen).

Als wir morgens losgingen war der Fitz Roi noch verhangen. Wir hatten dann einen ziemlich schweren Weg vor uns, der uns durch ein sehr langes Geroellfeld mit Riesenquadern fuehrte. Haette ich nicht Sigrids tolle Stoecke dabei gehabt, haette ich mir bestimmt den einen oder anderen Knochen gebrochen. So haben wir es beide gut ueberstanden. Nach ca, 2 Stunden standen wir an der Laguna; und man kann es nicht beschreiben. Vor einem erhebt sich der Fitz Roi und das gesamte Massiv fast 3000 m ueber die Lagune. Fast senkrecht, mit Riesengletschern an den Flanken, knallblauer Himmel, permanent kalbende Gletscher und eine Wasserfarbe und Klarheit in dieser Laguna wie m,an sie in Europa nur noch selten antrifft.

Es war wirklich ein auszergewoehnlicher Moment, den wir ueber eine Stunde bei tollstem Wetter genossen. Dann mussten wir aber zurueck, denn wir mussten erstmal noch 2 Stunden zum Zeltplatz zurueck, dort dann das Zelt abbauen und die Rucksaecke packen, um dann nochmals drei bis vier Stunden nach El Chalten zurueck zu laufen, wo wir wieder unser Hostel gebucht hatten.

Dort fielen wir gerade so in die Betten, es haette keinen Meter mehr weiter sein duerfen.

Heute morgen war dann wieder ausfuehrliches Rucksackpacken angesagt und dann haben wir noch ausgiebigst gefruehstueckt, bevor wir nach El Calafate zurueck gefahren sind.

Heute nacht um 3 Uhr geht es dann weiter mit dem Bus nach Ushuaia, wo wir auch nochmals am Ende der Welt laufen wollen. In Ushuaia werden wir morgen abend gg. 20.00 Uhr ankommen.

Von dort werden wir dann wieder berichten.

Jetzt stellen wir Euch noch ein paar schoene Bilder ein.

Ganz liebe Gruesze von Sarah und Klaus vom Ende der Welt

Eingestellt von Sarah_S 18:42 Archiviert in Argentinien Kommentare (1)

Friolzheim-Frankfurt-Rom-Buenos Aires- El Calafate

14000 km an einem Tag

sunny 18 °C
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Hallo, hier sind wir nun nach drei insgesamt fast 24 Stunden dauernden Fluegen in El Calafate in der argentinischen Pampa angekommen. Hier gibt es nichts auszer Pampa, Rinder, Voegel und den Anden. El Calafate ist ein richtig schoener Ort in dieser Einoede und wir haben ein super Hostel gefunden. Es geht uns wirklich gut und es hat bisher auch fast alles super geklappt. Lediglich mit dem Geld abheben klappt es nicht so richtig. Die Argentinier sind da richtige Abzocker und lassen pro Abhebung gerade mal 150 .- € zu. Da wird man richtig arm nur durch Gebuehren bezahlen.

Wir bleiben noch bis morgen und dann werden wir 200 km nach Norden direkt in die Anden nach El Chalten, einem reinen Bergdorf fuer Trekker, verlegen. Von dort beginnen wir dann unsere erste, insgesamt viertaegige Bergtour am Fitz-Roy-Massiv. Wir werden dann immer an Campingstationen an den Bergpfaden im Zelt uebernachten; hoffen, dass das Wetter so gut bleibt, wie es bisher war.

Bisher hatten wir naemlich ausnehmend gutes Wetter, fuer diese Gegend hier unheimlich warm. Heute hatten wir fast 20 Grad und waren mit dem Schiff unterwegs im Nationalpark Las Glaciares. Es ging um 07.00 Uhr los (5.50 Uhr aufstehen) und wir fuhren dann den ganzen Lago Argentino lang zu den drei Gletschern Uppsala, Perito Moreno und der dritte faellt mir gerade nicht ein. Perito Moreno hat ziemlich stark gekalbt, das war sehr beeindruckend. Die ganze Tour war klasse und ihr Geld total wert. Ich habe fast eine 2 GB-Karte voll fotografiert. Gegen 18.00 Uhr waren wir dann wieder zuhause und jetzt muessen wir uns noch fuer die naechsten Tage eindecken.

Wenn wir dann von unserer Bergtour zurueckkommen, werden wir entweder noch in den Torres del Paine gehen um dort weiter zu wandern oder direkt in die suedlichste Stadt der Welt nach Ushuaia auf Feuerland verlegen.

Aber jetzt gehen wir erst Mal wandern und melden uns danach wieder.

Bis dahin liebe Gruesze von Sarah und Klaus

Eingestellt von Sarah_S 19:18 Archiviert in Argentinien Kommentare (2)

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